02.27.07

Die Anreise - oder: a short story about a long journey

Posted in Allgemein at 04:13 von admin

Das Chaos begann um 17.24 Uhr Ortszeit, Freitag, 23.02.07, Bochum Hauptbahnhof. Zu diesem Zeitpunkt haette die Regionalbahn, die mich zum Duesseldorfer Flughafen bringen sollte, _eigentlich_ weiterfahren sollen. Sie tat es aber nicht. Der offizielle Grund waren “spielende Kinder” auf den Gleisen. Aber noch blieb ich ruhig. Es war, wie gesagt, kurz vor halb sechs, mein geplanter Abflugszeitpunkt war 20.45 Uhr, von Bochum zum Flughafen Duesseldorf faehrt der Regionalzug gut 30 Minuten - also Zeit satt.
So nervoes, dass ich mich dafuer entschied ein Taxi zum Flughafen Duesseldorf zu nehmen, wurde ich erst um kurz nach sechs, zu einem Zeitpunkt, als die Entfernung der spielenden Kinder von den Gleisen schon beinahe 40 Minuten andauerte.
30 Minuten spaeter und 55 Euro aermer reihte ich mich am Check-In voller Vorfreude in die schoene kurze Schlange derjenigen schlauen Leute ein, die sich bereits zu Hause online eingecheckt hatten. Mensch, war ich schlau! Ich konnte mir ein Grinsen ueber diejenigen, die sich in den anderen Schlangen die Beine in den Bauch standen nicht verkneifen. Als ich dann selber an der Reihe war, erklomm die Anreise die zweite Stufe auf der Eskalationsleiter:

Aufgrund “technischer Maengel” (wie ich spaeter erfahren sollte) konnte die Maschine nicht mehr rechtzeitig vor dem um 22.00 Uhr einsetzenden Nachtflugverbot in Duesseldorf abfliegen. Also kam die Airline auf die Idee, saemtliche Passagiere mit Bussen zum Flughafen Koeln-Bonn zu transferieren, um dann spaeter von dort, wo man kein Nachtflugverbot kennt, abzufliegen. Ok, dachte ich mir, gute Idee - zumindest besser als die, in Duesseldorf zu uebernachten und am naechsten Tag zu fliegen - zumal ich beim Zwischenstop in Dubai ein Zeitpolster von drei Stunden hatte. Eine Stunde mehr oder weniger - who cares?
In Koeln angekommen erfuhr ich, dass die neue Abflugzeit 23.35 Uhr betragen sollte. Also + 2,5 Stunden Differenz zum eigentlichen Abflugzeitpunkt. Ok, dachte ich, drei Stunden Puffer in Dubai, das wird knapp. Na dann muss der Pilot eben drauftreten! Als um kurz nach Mitternacht weit und breit immer noch kein Flugzeug am Gate zu sehen war, begann ich mir langsam ernsthafte Sorgen um meine reibungslose Reise zu machen.

Saemtlicher Illusionen beraubt wurde ich aber erst endgueltig, als der Flieger um 1.35 Uhr morgens endlich abhob.

Also begann ich zu ueberlegen. Wie war die Situation? Der Vogel in Dubai wuerde bei meiner Ankuft bereits weg sein, keine Frage. Aber das konnte doch nicht wirklich ein grosses Problem darstellen. Der Dubai International Airport war gigantisch gross, meine Fluglinie Emirates quasi die Hausmarke dort und Fluege nach Sydney konnten doch nicht wirklich selten sein.

Aber weit gefehlt.

In Dubai nach ungefaehr 7-8 Stunden Flug um ca. 11.00 Uhr Ortszeit am Samstag angekommen erfuhr ich nach gut einer Stunde Wartezeit an einem voellig ueberladenen Transferschalter, dass die naechste Gelegenheit, nach Sydney zu fliegen, auf Sonntag morgen um 9.35 Uhr fiel. Dieser Flug sollte mich zunaechst nach Perth fuehren, geplante Ankunftszeit 1.10 Uhr Ortszeit am Montag morgen, und dann nach einer Wartezeit von vier Stunden schliesslich nach Sydney, geplante Ankunftszeit 14.00 Uhr Ortszeit.
Dies bedeutete zunaechst einmal, dass alle Betroffenen - und damit auch ich - ploetzlich einen Tag Aufenthalt in Dubai zu verbringen hatten. Schoene Pleite! Immerhin buchte (und bezahlte) die Emirates fuer uns ein Hotel (Anmerkung am Rande: In diesem Hotel besitzt die Emirates einen eigenen Fluegel fuer sich mit dutzenden von Zimmern. Verspaetungen sind dort offensichtlich nicht wirklich Einzelphaenomene…).
Den Tag in Dubai verbrachte ich dann im Hotelpool und bei einer knapp fuenfstuendigen Stadtrundfahrt. So viele “largest”, “tallest”, “biggest” und “world’s only” Dinge auf einmal habe ich noch nie gesehen. Gigantisch in der Groesse, aber zumindest fuer mich nur maessig von Interesse. Ich beschloss, dass fuenf Stunden Dubai genug fuer mich sind.
Am naechsten Morgen um 6.30 Uhr aufgestanden - mann will ja seinen Flieger kriegen - wurden wir zurueck zum Flughafen verfrachtet, nur um erfahren zu muessen, dass der Flug nach Perth Verspaetung hatte. Statt 9.35 Uhr sollte er um 10.45 Uhr gehen. Ok, kein Problem, vier Stunden Puffer in Perth sind ja mehr als genug.

Dass ich den Flieger in Perth nicht wuerde erreichen koennen, merkte ich dann, als der Flug dorthin auf 15.45 Uhr verlegt wurde.

Leider war unser Flug keine Ausnahme. Am Flughafen Dubai war heute die Hoelle los. Aufgrund dichten Nebels war so ziemlich jeder Flug um mehrere Stunden verspaetet. Zudem wurden die Abfluggates der einzelnen Fluege staendig gewechselt, so dass tausende von Menschen entweder ratlos in den Schlangen vor den Schaltern standen oder sich wie die Fliegen in den riesiegen Hallen verteilten.
Nach mehreren Stunden Wartezeit konnte man mir an einem Schalter einen passenden neuen Anschlussflug von Perth aus buchen, mit dem ich dann endgueltig hoffte, Sydney wuerde erreichen zu koennen.
Da offenbar noch Zeichen und Wunder geschehen, konnte unser auf 15.45 Uhr terminierte Flug mit nur ganz leichter Verspaetung um kurz nach vier dann tatsaechlich starten. Nett, ein bisschen Sitzen wuerde mir nach all dem Herumgerenne am Airport sicherlich guttun.
Wir erreichten Perth gut zehn Flugstunden spaeter um ungefaehr 7.00 Uhr Montag morgen Ortszeit. Nach dem Check-Out dort wurden wir per Taxi von unserem Ankunftsflughafen zu dem zweiten Flughafen in Perth gebracht, von wo aus dann unser Qantas-Flug nach Sydney gehen sollte. Erstaunlich unbuerokratisch buchte man uns dort einen passenden Flug (dies hatten die Emirates-Mitarbeiterinnen am Vortag nicht richtig hinbekommen) und wollte uns um 9.55 Uhr auf die letzte vierstuendige Reise nach Sydney schicken.
Dass dieser Flug dann auch verspaetet war (zur Abwechslung mal ca. 1,5 Stunden - hatten wir ja noch nicht…) ist fast nur noch von statistischem Wert. Sydney war ja schliesslich der Zielflughafen, also was soll’s??
Und so kam es, dass ich Sydney schliesslich und endlich um ca. 17.30 Uhr Ortszeit am Montag erreichte - und leider nicht wie geplant um 8.45 Uhr am Sonntag.

Bilanz: 2 Transfers von Flughafen zu Flughafen, 3 von 3 Fluegen verspaetet, ein Ausfall der Deutschen Bahn, effektive Reisezeit (inkl. Dubai) gut 72 Stunden.

Die Rueckreise habe ich uebrigens noch vor mir.

2 Kommentare »

  1. jovelstefan said,

    März 9, 2007 at 08:40

    Mail ist angekommen. Ich hab damals keine 24 Stunden nach Sydney gebraucht. H├Ąttest dich halt beeilen sollen ;)

  2. admin said,

    März 17, 2007 at 23:12

    Ja ja, Klugscheisser! :-) Danke!

    Kann ich mir einen Learjet oder eine Gulfstream leisten? Heisse ich Stefan H.?

    Was hast Du eigentlich gegen das Snap-Preview?

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