03.24.07

Woche vier neigt sich dem Ende

Posted in Allgemein at 06:17 von admin

Draussen giesst es wie aus Eimern - zum Glueck sitze ich hier im trockenen Internet-Cafe und kann ein paar Worte an Euch richten.
Heute morgen habe ich das erste Mal in meinem Leben an einer Selbstbedienungskasse bezahlt. Ich hatte nur einen einzigen Artikel, naemlich einen weissen Hut zum Schutz gegen die abnorme Sonneneinstrahlung hier. Und was soll ich Euch sagen, natuerlich hat es _nicht_ auf Anhieb funktioniert. Kaum hatte ich den Hut eingescannt, schmiss der Automat auch schon einen Hinweis raus, ich solle doch bitte auf Hilfe warten. Die kam auch, in Form einer jungen Dame, entsperrte die Kasse und gab manuell den richtigen Preis fuer meinen Hut ein. Das Bezahlen klappte dann immerhin problemlos, das Geld nahm der Automat willig an. Insgesamt hat die ganze Aktion natuerlich etwas laenger gedauert, als wenn ich manuell bedient worden waere. Die manuellen Kassen waren allerdings komplett ueberfuellt, und mit nur einem Artikel…
Gut, fairerweise muss ich dazusagen, dass der Hut reduziert war und deshalb eines dieser inzwischen nicht mehr gebraeuchlichen Klebepreisschilder trug. Aber ich prophezeie mal, dass sich diese Systeme frueher oder spaeter durchsetzen werden. Ob man dann allerdings weniger Personal brauchen wird? Das Personal, was man an der Kasse einsparen kann, braucht man dann wahrscheinlich im “back-office”, denn schliesslich muss, damit das ganze System auch wunschgemaess funktioniert, jeder Artikel jederzeit einwandfrei mit dem richtigen Preisetikett versehen sein. Die Sache mit meinem Hut ist da ein gutes Negativbeispiel. Und wir alle kennen ja die Deppen, die an der Kasse merken, dass das Obst ja manuell ausgewogen werden muss. Und der Aufwand, der betrieben werden muss, um sicherzustellen, dass nichts geklaut wird, duerfte auch steigen.
Wie auch immer, in diesem Feld jedenfalls scheinen die Aussies den Deutschen etwas voraus zu sein - es sei denn, es handelte sich lediglich um einen Testmarkt.

Heute nachmittag war ich in Manly, dem zweiten beruehmten Strand (neben Bondi) Sydenys. Auf dem Weg dorthin, per Faehre und Ozean (dauert 30 Min.), kommt man an einigen wirklich extrem wohlhabend aussehenden Anwesen vorbei. Es ist schon etwas anderes, hoechstselbst unmittelbar an Hauesern vorbeizulaufen, in denen richtige Stars oder Beruehmtheiten wohnen, als davon in Zeitungen zu lesen (wollte ich nicht noch was ueber Darling Point und Double Bay schreiben?). Das Gefuehl habe ich immer besonders dann, wenn ich in den Sonntagszeitungen, die ich mir immer kaufe, von den ganzen Real Estate Auktionen lese, die anstehen oder gelaufen sind. Denn anders als in Deutschland wird jede Woche seitenlang, quasi wie Aktienkurse in der FAZ, angegeben, welches Haus fuer welchen Preis verkauft worden ist. Wenn besonders bekannte Personen, z.B. Schauspieler oder Nachrichtensprecher ihre Anwesen verkaufen (und das passiert erstaunlich oft), dann wird dazu sogar noch ein kurzer Artikel geschrieben. Das heisst, jeder, der Zeitung lesen kann, weiss, wo welcher Promi wohnt und fuer wie viel Geld er sein Anwesen ver- oder ersteigert hat. Am besten ist dann immer der “Cool, da war ich ja gestern”-Effekt. Die Preise, die hier in Sydney teilweise fuer Haueser erzielt werden, die wir in Deutschland als letzte Kaschemmen bezeichen wuerden, sind, ganz nebenbei bemerkt, uebrigens enorm. Umgerechnet 200-300.000 Euro fuer wirklich nicht allzu besondere Haueser oder gar Wohnungen sind absolut keine Seltenheit. Natuerlich gibt es jede Woche auch mehrere Multimillionenverkaeufe.

Momentan setzt mir das Wetter ein wenig zu. Mein Hauptproblem mit dem Wetter ist generell, dass ich mit hohen Temperaturen nicht allzu gut klarkomme. Diejenigen, die mich kennen, wissen was ich meine. Und momentan sind hier nicht nur die Temperaturen hoch, nein, zudem ist die Luft auch noch sehr feucht. Auf Deutsch: Es ist also beschissen schwuel. Zwar soll diese Wetterlage nicht lange anhalten, aber was nuetzt mir das jetzt? Ich schwitze jeden Tag wie ein Tier. Wer also nach Sydney reisen moechte und allergisch gegen Schwuele und Hitze ist, dem sei von den Spaetsommermonaten (Februar und Maerz) abgeraten.

Inzwischen habe ich in Sydney uebrigens nicht nur wirklich sehenswerte Ecken geniessen koennen, sondern auch einige Merkwuerdigkeiten gesehen. Da ist inzwischen schon eine kleine Photosammlung zusammengekommen. Ich habe mir vorgenommen, die alsbald, vielleicht schon morgen, online zu stellen. Bleibt also am Ball! Ich wuensch’ Euch was!

4 Kommentare »

  1. Richard said,

    März 25, 2007 at 10:52

    Moin Pelli!

    Was ist denn mit dem Anhänger der koreanischen Mitschülerin? Nur weil da “ELLE” steht??

    :-)

  2. Michael said,

    März 26, 2007 at 15:25

    Der wohl gemeinte Anhänger ist kein NS-Hakenkreuz, sondern ein Swastika. Vielleicht ist Deine Koreanerin Buddhistin oder Mitglied der Falun-Gong-Bewegung… Im asiatischen Raum ist das Zeichen ein uraltes religiöses Symbol.

  3. Michael said,

    März 26, 2007 at 15:31

    Öhm, sorry, kleiner Tippfehler, einE Swastika… Ey Pelli, diese snap-preview versperrt mir die Sicht auf Deine interessanten threads!

  4. admin said,

    März 27, 2007 at 03:14

    Ja ja, ich weiss. “Hakenkreuze” sind schon viel aelter als der Nationalsozialismus und haben ureigene Bedeutungen in den unterschiedlichsten Kulturkreisen all over the world.

    Was genau stoert Dich an meinen Snap-Previews?? Vielleicht sollte ich die wirklich mal aus dem Programm nehmen…

    Uebrigens, schoen dass Du da bist! :-)

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